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Aenderl, Franz Xaver

Versicherungskaufmann

Geboren am 25.11.1883 in Steinweg bei Regensburg. Aenderl besuchte die Mittelschule und wurde nach der kaufmännischen Lehre Versicherungskaufmann. Als Soldat geriet er im 1. Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg Mitglied und hauptamtlicher Parteisekretär der USPD, Anhänger des linken Parteiflügels. Mit der linken USPD ging er Ende 1920 zur KPD, war Delegierter des Spaltungsparteitags der USPD und des Vereinigungsparteitages KPD-USPD.

1921 als Abgeordneter in den Bayerischen Landtag gewählt. In der KPD stand Aenderl auf dem rechten Parteiflügel, wurde aber mit Unterstützung des KPD-Führers Emil Höllein 1924 erneut als Landtagskandidat aufgestellt und gewählt. Im August 1924 erfolgte der Ausschluß aus der KPD, da er sich gegen die linke Taktik der sog. Ruth-Fischer-Führung positionierte. Aenderl trat wieder in die SPD ein, für die er bis 1928 sein Mandat behielt und 1928 erneut in den Bayerischen Landtag einzog, dem er dann bis 1931 angehörte. Er lebte als Schriftsteller in Kulmbach.

Im Oktober 1931 Aberkennung des Abgeordnetenmandats im Bayerischen Landtag durch das Bayerische Verfassungsgericht.

1933 verhaftet und als „Schutzhäftling“ ins KZ Dachau eingeliefert. Nach der Freilassung war er als Tagelöhner beschäftigt. Angebote des NS-Regimes wies er zurück und musste daher mit erneuter Verhaftung rechnen. Aenderl floh im August 1934 in die CSSR. 1938 floh er über Polen und Dänemark weiter nach England.

1940 wurde er ausgebürgert.1)

Als Journalist war er bei einer Londoner Zeitung tätig, wo er 1943 die Broschüre »Bavaria, the problem of German federalism« (1947 auch auf deutsch erschienen) veröffentlichte .

1942/43 sprach er in katholischen Sendungen des Londoner Rundfunks und gründete den »Bavariancircle«, eine unpolitische Vereinigung von bayerischstämmigen Immigranten.

Auf Wunsch des bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner kehrte Aenderl 1946 nach Deutschland zurück und wurde Redakteur bei der »Mittelbayerischen Zeitung« in Regensburg.

1947 mußte er das Angebot, in Straubing eine eigene Zeitung herauszugeben, wegen Krankheit ablehnen.

Er übersiedelte nach Kulmbach, war aber nicht mehr in der SPD, sondern gehörte der Bayern-Partei an, für die er auch in seinem Wohnort wirkte.


Quellen und Links

* https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Aenderl
* Kick, Widerstand
* Schmucher, Index Nr. 5
* http://www.hdbg.de/parlament/content/persDetail.php?id=16

1)
Ausbürgerungsliste 174
widerstand_und_opfer/schutzhaft_und_politische_prozesse/aenderl_franz_xaver.txt · Zuletzt geändert: 2016/04/26 20:16 von andreas_schmal