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widerstand_und_opfer:neupfarrplatzgruppe:zaubzer_georg

Zaubzer, Georg

Zur Person

Geboren am 29.09.1895 in Reinhausen.
Hingerichtet am 18.08.1944 im KZ Flossenbürg.

Arbeiter, Kriegsinvalide zu 70 Prozent.
Fabrikarbeiterverband
Deutschland 1922 KPD und Rote Hilfe Mitglied seit 1932 für 8 Wochen.
Versammlungs- und Stadtteilleiter der KPD-Ortsgruppe Regensburg.
Erwerbslosen-Einheitsfront-Deutschlands 1932

Widerstand und Verfolgung

Verhaftung

Am 15.03.1933 bist 18.05.1933 in „Schutzhaft“ wegen politischer Betätigung.1)

Inhaftiert

Ab 16.12.1942 im Landgerichtsgefängnis Regensburg, ab 29.01.1943 im KZ Flossenbürg, ab dem 03.09.1943 in München-Stadelheim.

Anklage

[…] ein hochverräterisches Unternehmen vorbereitet, außerdem fortgesetzt teilweise durch die gleiche Handlung Nachrichten ausländischer Sender, die geeignet waren, die Widerstandskraft des deutschen Volkes zu gefährden vorsätzlich vorbereitet, außerdem durch eine selbständige Handlung fortgesetzt absichtlich ausländische Sender abgehört zu haben.

Urteil

Am 14.12.1943 wurde Georg Zaubzer zu 4 Jahre und 6 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust verurteilt. Zudem musste er die Kosten des Verfahrens tragen und sein Rundfunkgerät wurde eingezogen.

Urteilsbegründung

[…] wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Verbindung mit Abhören und Verbreiten von Nachrichten ausländischer Sender (Radio Moskau).
Er verherrliche den Kommunismus, den Arbeitern in Russland gehe es besser als denen in Deutschland. Deutschland verliere den Krieg und dann komme der Kommunismus. Im Frühjahr 1942 habe er Nachrichten über Rückzüge und Verluste deutscher Truppen verbreitet, die er von anderen Personen als Nachrichten ausländischer Sender hatte. Außerdem Werbung für die KPD im Bekanntenkreis.
1942 wurden in seiner Wohnung u.a. die Schriften „15 eiserne Schritte“, „Die Französische Revolution“, „Hunger und Liebe“, „Der Einzige und sein Eigentum“ von Max Stirner „Lohnarbeit und Kapital“ beschlagnahmt.
Für jedes Buch erfolgte eine Vernehmung über den Herkunftsnachweis. Dass er die Schriften weitergegeben habe, konnte nicht bewiesen werden.
Beschlagnahmt wurde ein russischer Sprachführer und ein deutsch-russisches Soldatenwörterbuch, das er erst 1942 gekauft hatte.
Eine Schreibmaschine und Kohlepapier wurden eingezogen. Sichergestellt wurden drei getippte Schriftstücke, darunter eines über die Wehrmacht der Sowjetunion, in dem es hieß, der Sieg des Bolschewismus sei unausbleiblich und die Niederlage des Faschismus eine Folge davon.2)

Georg Zaubzer wurde am 18. August 1944 im KZ Flossenbürg erschossen – ohne Todesurteil.

Quellen und Literatur

1)
RA 76 17/3/33
2)
OLG I b OJs 40/1943
widerstand_und_opfer/neupfarrplatzgruppe/zaubzer_georg.txt · Zuletzt geändert: 2016/06/03 13:17 von andreas_schmal