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widerstand_und_opfer:neupfarrplatzgruppe:suenkel_simon

Sünk(e)l, Simon

Zur Person

Geboren am 08.10.1890 in Marktgraitz

Amtsbote ab 1941 bei der Gauleitung des Reichsarbeitsdienstes.

Monarchist, parteilos

Widerstand und Verfolgung

Verhaftung

Am 20.12.1942 von der Gestapo Regensburg verhaftet.1)

Inhaftiert

Am 28.01.1943 wegen Fluchtgefahr in U-Haft im KZ Flossenbürg.

Einlieferung ins Strafgefängnis Nürnberg am 25.02.1943.

Am 03.07.1943 Überstellung nach München-Stadelheim.

Anklage

[…] ein hochverräterisches Unternehmen vorbereitet zu haben, außerdem teilweise durch die gleiche Handlung Nachrichten ausländischer Sender, die geeignet waren, die Widerstandskraft des deutschen Volkes zu gefährden, vorsätzlich vorbereitet zu haben.

Urteil

Simon Sünkel wurde am 23.11.1943 […] wegen wehrkraftzersetzender Äußerungen in Verbindung mit Abhören und der Verbreitung von ausländischen Rundfunknachrichten„ zu 5 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Er musst zudem die Kosten des Verfahrens tragen.

Urteilsbegründung

Der Angeklagte Sünkel, der seiner Einstellung nach Monarchist ist und seit 1941 fast täglich auf dem N.Platz verkehrte, gehörte mit zu den eifrigsten politischen Hetzern des Kreises. Er macht dort aus seiner politischen Einstellung und aus seiner Gegnerschaft gegen den nationalsozialistischen Staat kein Hehl und vertrat häufig gegenüber den Anwesenden seine Meinung, daß Bayern und Österreich vom Reich getrennt und zu einer Monarchie vereinigt würden, wenn Deutschland den Krieg verliere.
Er vertrat den Standpunkt, daß Deutschland den Krieg wirtschaftlich verliere gegenüber den wirtschaftlichen stärkeren Staaten England und Amerika. Gelegentlich bezeichnete er den Krieg für Deutschland bereits verloren.
[…] Seinen Haß gegen die NSDAP brachte schließlich der Angeklagte dadurch zum Ausdruck, daß er sich gegenüber J. äußerte: Wenn er auf der Straße einen SA.-Mann oder einem politischen Leiter in Uniform sehe, einen solchen „Braunen“, denen gehörten allen die Köpfe herunter, er könnte diese umbringen […]
Der Krieg sei verloren. Es dauere nicht mehr lange, dann kämen die Russen herein und sie (die Monarchisten) kämen an die Macht.

In seinem Büro verbreitete er gegenüber seinem Angestellten J.Z. deutschfeindliche Nachrichten von Auslandssendern, die er von Schindler gehört hatte.2) Der Angeklagte gab den Sachverhalt im wesentlichen zu.
[…]Der Beschuldigte Sünkel versuchte 1941 und 1942 in wiederholten Gesprächen mit Bekannten auf dem Neupfarrplatz in Regensburg durch staatsabträgliche Äußerungen sowie dadurch, daß er Nachrichten ausländischer Sender, die er von dem inzwischen verstorbenen […] Schindler […] erfahren hatte, verbreitet, im Sinne der von ihm alsbald erwarteten gewaltsamen Beseitigung der Verfassung des deutschen Reiches zu werben.3)

Inhaftiert

Einweisung in die Strafanstalt Bernau für die Zeit vom 23.11.1943 bis zum 22.10.1947. Ende der Haft nicht bekannt.

Quellen und Literatur

1)
Gestapo-Bericht 163
2) , 3)
OLG I b OJs 40/1943
widerstand_und_opfer/neupfarrplatzgruppe/suenkel_simon.txt · Zuletzt geändert: 2016/06/03 12:30 von andreas_schmal