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widerstand_und_opfer:neupfarrplatzgruppe:riedelsheimer_ludwig

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widerstand_und_opfer:neupfarrplatzgruppe:riedelsheimer_ludwig [2014/08/27 12:32] (aktuell)
andreas_schmal angelegt
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 +====== Riedelsheimer Ludwig ======
  
 +===== Zur Person =====
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 +Geboren am 08.10.1891 in Natternholz (bei Donauwörth),​ verstorben am 04.12.1946 in Regensburg.
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 +Umschlagarbeiter im Donauhafen und Arbeitsinvalide. 1921 KPD-Mitglied,​ 1930 bis 1933 Mitglied der SPD. Gründungsmitglied der Anarchosyndikalisten in Regensburg sowie Aufsichtsrat im Konsum-Verein. Von 1926 bis 1928 Mitglieder der "​Freien Arbeiter Union"​.
 +
 +===== Verhaftung =====
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 +1933 kam Ludwig Riedelsheimer in sog. "​Schutzhaft"​ und wurde am 21.06.1933 in der SS-Kaserne in der Greflinger Straße bewußtlos geschlagen.
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 +Am 20.10.1942 wurde er nach Ermittlungen der Gestapo Regensburg ins Landgerichtsgefängnis Regensburg eingeliefert (Gestapo-Bericht 163). Am 29.01.1943 wurde er wegen Fluchtgefahr in die Untersuchungshaft nach München-Stadelheim und am 03.03.1943 ins Strafgefängnis Nürnberg eingeliefert.
 +
 +===== Anklage =====
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 +Ludwig Riedelsheimer wurde angeklagt "//​[...] ein hochverräterisches Unternehmen vorbereitet,​ teilweise durch die gleiche Handlung absichtlich ausländische Sender abgehört und teilweise durch die gleiche Handlung Nachrichten ausländischer Sender, die geeignet waren die Widerstandskraft des deutschen Volkes zu gefährden, vorsätzlich verbreitet zu haben.//"​
 +
 +Reichsminister Goebbels bezeichnete er als den "//​Mann mit dem Pferdefuß. Die Kommunisten seien nicht auszurotten. Er möchte nicht wissen, wie viele in SA-Uniformen steckten, deren Zeit komme schon noch.//"​. Ihm wurde auch der Besitz eines russischen Sprachführers und Abgabe von Lebensmitteln an russische Kriegsgefangene vorgeworfen.
 +
 +===== Urteil =====
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 +Ludwig Riedelsheimer wurde mit Urteil vom 09.12.1943 zu 6 Jahren Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust verurteil, er musste die Kosten des Verfahrens tragen und sein Rundfunkgerät wurde eingezogen.
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 +==== Urteilsbegründung ====
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 +"//​wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Verbindung mit Abhören von ausländischen Sendern und mit Verbreitung von Nachrichten ausländischer Sender.//"​
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 +6 Jahre begründete der Richter als ausreichend,​ obwohl ein schwerer Fall von Verbreitung von Auslandsnachrichten auch Todesstrafe zur Folge haben könnte.
 +
 +"'//​[...] als am 9. November 1936 das Bürgerbräu-Attentat auf den Führer bekannt wurde, drückte der Angeklagte gegenüber M. sein Bedauern aus, daß der Führer bei diesem Attentat nicht umgekommen sei, indem er sich mit Bezug auf den Führer äußerte: "Bloß schad ists, daß er nicht dabei war; sonst wird nach Reden immer gesoffen, diesmal ist er gegangen.//"​ (OLG Ib OJs. 40/1943)
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 +Quellen und Literatur:
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 +  * Angerstorfer,​ Dengg: "​Regensburg im Widerstand"​.
 +  * Kick: "​Widerstand in Regensburg"​.
widerstand_und_opfer/neupfarrplatzgruppe/riedelsheimer_ludwig.txt · Zuletzt geändert: 2014/08/27 12:32 von andreas_schmal